Waisenrente in der gesetzlichen Unfallversicherung

Kinder von Versicherten, die an den Folgen eines Versicherungsfalls in der gesetzlichen Unfallversicherung sterben, erhalten entweder eine Halbwaisenrente, wenn sie noch einen Elternteil haben oder eine Vollwaisenrente, wenn sie keine Eltern mehr haben.

Als Kinder werden auch Stiefkinder und Pflegekinder (§ 56 Abs. 2 Nr. 1 und 2 SGB I), die in den Haushalt der Versicherten aufgenommen waren, und Enkel und Geschwister, die in den Haushalt der Versicherten aufgenommen waren oder von ihnen überwiegend unterhalten wurden, berücksichtigt.

Eine Waisenrente der gesetzlichen Unfallversicherung wird bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt.

Sie kann aber auch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres gewährt werden, wenn die Waise

  • sich in Schul- oder Berufsausbildung befindet oder
  • sich in einer Übergangszeit von höchstens vier Kalendermonaten befindet, die zwischen zwei Ausbildungsabschnitten oder zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des gesetzlichen Wehr- oder Zivildienstes oder der Ableistung eines freiwilligen Dienstes (siehe nächster Punkt) liegt, oder
  • ein freiwilliges soziales/ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder einen Dienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leistet oder
  • wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten.

Die Schulausbildung oder Berufsausbildung muss einen einen tatsächlichen zeitlichen Aufwand von wöchentlich mehr als 20 Stunden besitzen. Ohne Bedeutung ist dies für Zeiten, in denen das Ausbildungsverhältnis trotz einer Erkrankung fortbesteht und damit gerechnet werden kann, dass die Ausbildung fortgesetzt wird. Das gilt auch für die Dauer der Schutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz.

Die maßgebende Altersgrenze erhöht sich bei Unterbrechung oder Verzögerung der Schulausbildung oder Berufsausbildung durch den gesetzlichen Wehrdienst, Zivildienst oder einen gleichgestellten Dienst um die Zeit dieser Dienstleistung, höchstens um einen der Dauer des gesetzlichen Grundwehrdienstes oder Zivildienstes entsprechenden Zeitraum. Die Ableistung eines FSJ, FÖJ oder BFD ist kein gleichgestellter Dienst.

Der Anspruch auf Waisenrente endet nicht dadurch, dass die Waise als Kind angenommen wird.

Höhe der Waisrente

Die Waisenrente beträgt

  • für eine Halbwaise 20 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes des bzw. der Verstorbenen und
  • für eine Vollwaise 30 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes des bzw. der Verstorbenen

Einkommen (§§ 18a bis 18e SGB IV) einer über 18 Jahre alten Waise wird auf die Waisenrente angerechnet. Anrechenbar ist das Einkommen, das das 17,6fache des aktuellen Rentenwerts in der gesetzlichen Rentenversicherung übersteigt. Das nicht anrechenbare Einkommen erhöht sich um das 5,6fache des aktuellen Rentenwerts für jedes waisenrentenberechtigte Kind der Berechtigten. Von dem danach verbleibenden anrechenbaren Einkommen werden 40% angerechnet.

Liegen bei einem Kind die Voraussetzungen für mehrere Waisenrenten aus der Unfallversicherung vor, wird nur die höchste Rente gezahlt.

Höchstbetrag der Hinterbliebenenrenten

Alle Hinterbliebenenrenten aufgrund des Todes der gleichen Person dürfen zusammen höchstens 80 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes betragen. Hier eine Beispielrechnung.

Waisenrente in der privaten Unfallrentenversicherung

In der privaten Unfallrentenversicherung kann je nach Versicherer durchaus auch eine Waisenrente vereinbart werden.