Hinterbliebenrenten in der gesetzlichen Unfallversicherung

"Aufgabe" der Hinterbliebenrente in der gesetzlichen Unfallversicherung ist es, den Familienangehörigen des an den Folgen eines Versicherungsfalls gestorbenen Versicherten Ersatz für den entfallenden Unterhalt zu schaffen.

Alle Hinterbliebenenrenten in der GUV dürfen zusammen höchstens 80 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes betragen. Eine Beispielrechnung dazu befindet sich unten.

Darüber hinaus besteht oft ein Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV). Dazu ist ein Antrag erforderlich. Die Rentenversicherung prüft, ob ihre Rente wegen des Zusammentreffens mit der Rente der Unfallversicherung (diese selbst wird nie gekürzt) zu kürzen ist.

Witwen-, Witwerrente

Witwen und Witwer sowie eingetragene Lebenspartner und Lebenspartnerinnen können eine Hinterbliebenenrente erhalten, solange sie nicht wieder geheiratet haben.

Waisenrente

Kinder erhalten eine Waisenrente bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Unter bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel während einer Schulausbildung, kann die Waisenrente auch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres und um die Zeiten des gesetzlichen Wehrdienstes, Zivildienstes oder eines gleichgestellten Dienstes (max. jedoch die Dauer des gesetzlichen Wehrdienstes/Zivildienstes) hinaus gewährt werden.

Weitere Hinterbliebenenrenten

Frühere Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner sowie Eltern von Versicherten, die im Jahr vor dem Tod von den Versicherten unterhalten wurden, können einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente haben. Auch hier ist dazu ein formloser Antrag beim Unfallversicherungsträger zu stellen.

Höchstbetrag der Hinterbliebenenrenten

Alle Hinterbliebenenrenten aufgrund des Todes der gleichen Person dürfen zusammen höchstens 80 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes betragen.

Beispiel:

Frau Mustermann verstirbt an den Folgen einer Berufskrankheit und hinterlässt einen Witwer sowie 3 minderjährige Waisen. Der Jahresarbeitsverdienst vor dem Unfall betrug 36.000 Euro.

Die Witwerrente beträgt nach dem Sterbevierteljahr 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes, also jährlich 14.400 Euro (monatlich 1.200 Euro).

Die drei Waisenrenten betragen je 20 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes, also jährlich 7.200 Euro (monatlich 600 Euro). Alle Renten zusammen betragen 100 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes. Der Höchstbetrag wird also überschritten. Die Renten sind wie folgt zu kürzen:

Witwer: 1.200 (Einzelrente) x 2.400 (Höchstbetrag) : 3.000 (Summe aller Renten) = 960
Waisen jeweils: 600 (Einzelrente) x 2.400 (Höchstbetrag) : 3.000 (Summe aller Renten) = 480

Ergebnis:

Jede Waise erhält eine Rente in Höhe von monatlich 480 Euro. Die Witwe erhält eine Rente in Höhe von monatlich 960 Euro.

Wenn eine Waise älter als 18 Jahre ist, dann wird auf ihre Rente ihr über einem bestimmten Freibetrag liegendes Einkommen teilweise angerechnet (mehr dazu > Link). Ebenso wird das Einkommen der Witwe auf die Witwenrente teilweise angerechnet (mehr dazu > Link).

Hinterbliebenrenten in der privaten Unfallrentenversicherung

Einige Versicherer bieten auch bei der privaten Unfallrentenversicherung den Einschluss einer Witwen-, Witwerrente und/oder Waisenrente an.