Die Besteuerung der Unfallrente

Die Besteuerung von Leistungen aus der Unfallrente gestaltet sich je nach Art der Unfallrente unterschiedlich. Das heißt, es wird vom Gesetzgeber differenziert, ob es sich um Unfallrentenleistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung oder um Rentenzahlungen aus einer privaten Unfall(renten)versicherung handelt.

Gesetzliche Unfallrente

Nach § 3 Nr. 1a des Einkommenssteuergesetzes sind Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung prinzipiell steuerfrei. Auch Unfallrenten, die aufgrund einer bestehenden gesetzlichen ausländischen Versicherung gewährt werden, sind steuerfrei. Zu den Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung zählt neben der Unfallrente auch die Hinterbliebenenrente (Witwer-/Witwenrente, Halb- & Vollwaisenrente).

Progressionsvorbehalt und Besonderheiten der Besteuerung innerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung

In Einzelfällen ist es möglich, dass geprüft werden muss, ob Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung dem Progressionsvorbehalt nach § 32b Abs. 1 Nr. 1b EStG unterliegen. In einem solchen Fall bleibt die Leistung steuerfrei, jedoch erhöht sich unter Umständen der Steuersatz für das restliche Einkommen. Welche Einkünfte konkret dem Progressionsvorbehalt unterliegen, wird im § 32b des EStG geregelt. Da es sich bei der Unfallrente nicht um ein Verletztengeld oder ein Krankengeld handelt, unterliegt diese nicht dem Progressionsvorbehalt. Auch die Abfindungszahlung als Einmalsumme verbleibt steuerfrei.

Private Unfallrente

Im Gegensatz zu Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung, im speziellen Fall der gesetzlichen Unfallrente, sind Leistungen aus der privaten Unfallversicherung nicht in jedem Fall steuerfrei im Sinne des EStG. Leistungen aus der Unfallrente unterliegen, anders als die Auszahlung einer Kapitalsumme, der Steuerpflicht. Dabei ist die genaue Vertragsgestaltung für die Bemessungsgrenzen wesentlich. Die einzelnen Absätze in den Versicherungsbedingungen können darüber entscheiden, in welcher Höhe die Ertragsanteile der privaten Unfallrente in die Berechnungen für die Einkommenssteuer einfließen.

Unter dem Ertragsanteil versteht man den fiktiven Zinsanteil des mittleren Rentenkapitals, der nach dem Renteneintritt erwirtschaftet wurde.

Dauer des Leistungsbezuges als wichtiger Faktor für die steuerliche Berechnung

Einen entscheidenden Faktor bei der Frage zur Steuerpflicht in der privaten Unfallrente stellt die Dauer des Leistungsbezuges dar. So greift für den Fall der lebenslangen Bezugsdauer der § 22 EStG, welcher sich in der Regelung der Berechnungshöhe vom § 55 der EStDV (Einkommenssteuerdurchführungsverordnung) unterscheidet. Letzterer wiederum ist maßgebend für Verträge mit einer begrenzten Bezugsdauer der Unfallrente. Nicht wenige private Unfallversicherer schließen Unfallrenten mit begrenzter Dauer, zum Beispiel bis zum Eintritt ins Rentenalter, ab.

Zudem gilt: Ist der Versicherte mit Beginn der Zahlung der Unfallrente in einem fortgeschrittenen Alter, so reduziert sich die Höhe der Besteuerung der bezogenen Unfallrente. Fallbeispiel: Erleidet ein Versicherter in seinem 44. Lebensjahr einen Unfall, so unterliegen lediglich 35 % der bezogenen Unfallrente der Besteuerung. Einzelheiten richten sich nach genauen Tabellen und sind im EStG geregelt.